Lateintänze

Von effektvollen Rhythmen in der Samba über sehr gefühlvolle Klänge in der Rumba bis hin zu mitreißenden Passagen in dem Jive, das Potpourri der Lateintänze bietet für jeden Geschmack etwas…

 

Samba:
Die Samba hat ihren Ursprung in Brasilien und bringt Leben und südamerikanisches Flair auf die Tanzfläche. Er ist der Tanz, der das lateinamerikanische Gefühl am intensivsten ausstrahlt, wenn man das so sagen kann. Dominierend sind in der Regel die Rhythmus-Instrumente wie Trommel, Bongos, Rasseln. Er ist wahrlich nichts für Hüftsteife, denn charakteristisch für diesen Tanz ist eine nicht zur Ruhe kommende Hüfte, die unentwegt rollt. Aus dieser Hüftbewegung heraus werden die eigentlichen Schritte gesetzt. Die Samba spiegelt die Lebensfreude und das leichte Leben wieder. Es ist ein aktiver Tanz mit viel Schwung und Elan. Wohl der bekannteste Tanz aus Lateinamerika.

Rumba:
Die Rumba ist der ruhige und romantische unter den Lateintänzen und eine willkommene »Ausruhgelegenheit« zwischen schnelleren Tänzen. Die hierzulande getanzte Variante stammt ursprünglich aus Kuba und versprüht – richtig getanzt – jede Menge Erotik. Sofern dazu in der Lage sollte der Herr die Dame »umgarnen« (z.B. heiße Blicke, straffe Führung, etc.). Die Dame ihrerseits sollte sich ihm nicht zu Füßen werfen, sondern seine Anstrengungen teilweise erwidern und teilweise ignorieren, damit die diesem Tanz eigene erotische Spannung aufkommt. Die Rumba ist das Liebesspiel zwischen Mann und Frau. Ein stetiges Werben des Mannes. Ob sie sich darauf einlässt oder nicht liegt ganz bei Ihr. Es ist ein gefühlvoller Tanz mit vielen Emotionen und Leidenschaft.

Cha-Cha-Cha:
Der Cha-Cha hat als einziger der lateinamerikanischen Tänze keine richtigen Wurzeln in der Folklore, sondern gilt als »künstlich« erzeugter Tanzstil, nämlich eine Mischung aus Rumba und Mambo. Nichtsdestotrotz ist er hierzulande sehr beliebt, da er südamerikanisches Temperament und europäische Nachvollziehbarkeit vereint. Das Charakteristische am Cha-Cha — ist das »Cha-Cha Damit gemeint sind drei schnell gesetzte Schritte, die sich in gleichen Abständen kontinuierlich durch den ganzen Tanz und alle Bewegungsfolgen ziehen. Der Rhythmus ist sehr eingängig und daher auch für Anfänger schnell nachzuvollziehen. Der Cha-Cha hat eine gewisse Ähnlichkeit zur Rumba, was die Anlage der Schritte betrifft. Die Bewegungen werden im Gegensatz zu denen der Rumba aber sehr zackig ausgeführt und sollen Geschwindigkeit erkennen lassen. Viel Raffinesse erhält der Cha-Cha durch verwirrende Schrittkombinationen. Auch er wird im Vier-Viertel-Takt getanzt. Der Cha-Cha ist auch bei Tänzern der jungen Generation sehr beliebt, weil man ihn zu vielen aktuellen Hitparaden-Stücken tanzen kann – auch wenn da natürlich das südamerikanische Flair irgendwie auf der Strecke bleibt … Der Cha-Cha gibt die jugendliche Leichtigkeit des Flirts wieder, ein keckes Miteinander und eine spielerische Leichtigkeit sind hier das Thema.

Paso Doble:
Paso Doble (spanisch “Doppelschritt”) ist vom der Stil eigentlich ein spanischer Tanz. Er wurde aber in Frankreich entwickelt und basiert auf deutschen Militärmärschen, welche von Karl V(1500 – 1558) in Spanien eingeführt worden sind. Er wird den lateinamerikanischen Tänzen zugerechnet. Man versteht darunter die tänzerische Interpretation des Stierkampfes, wobei die Dame die Capa, Im Gegensatz zu den anderen Tänzen wird im Paso Doble nur nach Choreographien getanzt. Einzelne Figuren sind im Paso Doble normalerweise unüblich. Es ist der Tanz, wo der Mann noch Mann ist. Er unterstreicht seinen Stolz und seine Arroganz im Kampf. Die Frau ist die Carpa, ein violett, gelber Umhang, den der Herr stilvoll und elegant um sich schwingt.

 

Jive:
Der Jive ist vom Gefühl her eigentlich wenig südamerikanisch. Er stammt auch in der Tat nicht aus Lateinamerika, sondern aus den USA, genau genommen den afroamerikanischen Stadtvierteln. Der stilistische Ursprung des Jive liegt im Boogie Woogie, dazu wurden noch einige Stilelemente aus anderen Tänzen hinzugemischt. Kennzeichnend für diesen Tanz ist sein Rhythmus, der wirklich ins Blut geht und garantiert jeden Tänzer mit Lebensfreude ansteckt. Bezeichnend für diesen Tanz sind aber auch die körperlichen Strapazen, die daraus resultieren, dass man relativ viele Schritte pro Takt setzen muss. Noch dazu darf man ihn auf Tanzpartys oft auf zu schnelle Musik (Rock ‘n Roll- oder Boogie-Musik) tanzen – die Erholungspause ist da meistens so gut wie gebucht.